Kennt ihr auch dieses Gefühl? Du fühlst dich einsam… hast deinen Traumprinzen noch nicht gefunden … bist auf der Suche nach Mr. Right? Hast eine Sch… beziehung hinter dir ? … willst geliebt und verstanden werden …?
Was liegt da näher, als sich mal auf einer Datingseite anzumelden. Natürlich nur aus reiner Neugier … mal schauen… was alles noch auf der Suche ist.
Du schaust dir die verschiedenen Profile der kontaktfreudigen Herren an, doch irgendwie scheint nicht der Richtige dabei zu sein.
Doch plötzlich „klopft es an deine Tür“ … Lust auf einen Chat?
Der „Anklopfer“ hat kein Foto in seinem Profil und spricht nur englisch… aber sehr nett. Da wir ja multikulturell, weltoffen und mindestens eine Fremdsprache wie Englisch beherrschen, nehmen wir das Angebot an und schreiben mit dem netten Herrn. Schnell entwickelt sich ein nettes Hin- und Her und schon werden ID’s für einen Messenger ausgetauscht. Es plaudert sich doch netter im eigenen „Wohnzimmer“ als auf einer offenen Kontaktseite.
Er scheint genau der Typ Mann zu sein, nachdem du schon ein Leben lang gesucht, er trifft genau den richtigen Ton und du merkst nicht, dass er dich eigentlich durch geschicktes Lenken genau dorthin bringt, wo er dich haben will. Die Erkenntnis kommt meistens zu spät … wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, wie die folgende Geschichte beweist, die ich hier mit ausdrücklicher Genehmigung der Betroffenen wieder gebe. Alles hat sich genau so zugetragen und wenn der/die eine oder andere Leser/in ähnliche Erfahrungen gemacht hat, meldet euch doch bitte, denn nur gemeinsam sind wir stark und können diesen Herren oder Damen das Leben etwas schwerer machen.
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Es fing alles damit an, dass ich von einer Freundin den Tipp bekam, mich doch mal auf einer Dating Seite anzumelden. Da ich die letzten Jahre in einer gefühlskalten Partnerschaft lebte und meinen Mann einige Monate vorher verlassen hatte, dachte ich mir, warum nicht. Was soll schon passieren. Vielleicht finde ich ja wirklich jemanden, der zu mir passt.
Ich war noch nicht lange dort registriert, als mich ein netter Herr anschrieb. Er schrieb, er sei Engländer, gerade in Deutschland auf Geschäftsreise und suche eine deutsche Frau. Wir tauschten Emailadressen und Messenger ID’s aus und schrieben von da an nur noch im Messenger.
Er traf genau den richtigen Ton, brachte eine Seite in mir zum klingen, wie ich es nie für möglich gehalten hätte. Er schickte mir Fotos von sich und seinem Sohn, auch bekam ich seine Telefonnummer in England. Er erzählte mir von seinem Leben und nach ein paar Tagen sagte er mir, dass er sich in mich verliebt hätte und ich genau die Frau sei, die er schon ein Leben lang gesucht hatte. Seine Emails waren so gefühlvoll, romantisch und liebevoll. Wir schrieben einige Wochen, dann sagte er mir, er hätte Probleme mit einer Schiffsladung und er müsste aus diesem Grund selbst nach Africa reisen, um die Sache vor Ort zu klären. Ich war etwas traurig, hatten wir doch für die kommende Woche ein reales Treffen vereinbart.

Etwa 3 Tage später, als er in Ghana angekommen war, teilte er mir mit, dass ihm ein Koffer auf dem Flug abhanden gekommen sei. In diesem Koffer befanden sich unter anderem eine Digitalkamera und seine sämtlichen Kontaktdaten zu seinen Freunden und Geschäftspartner, sowie einige Videospiele seines Sohnes. Er bat mich um Hilfe, konnte er doch vergleichbare Dinge in Accra nach seinen Angaben nicht bekommen. Auch würde sein Handy dort nicht funktionieren. Ich wusste nicht, wie ich ihm helfen konnte, hatte ich doch selbst kein Geld, da ich erst kurze Zeit wieder in Deutschland war und noch keinen Job hatte. Ich suchte nach einer Möglichkeit, ihm diese Dinge schicken zu können, ein Handy und eine kleine Kamera. Er bräuchte diese Dinge dringend, würde es ihm doch seine Arbeit wesentlich erleichtern. Ich schaffte es und schickte es ihm per Express.

Dort schon hätte ich einen Schlussstrich unter die Sache ziehen sollen, doch schaffte er es immer wieder, meine Bedenken mit glaubwürdigen Argumenten aus der Welt zu schaffen und jedes Mal sagte er mir dann in den schönsten Worten, wie sehr er mich liebte und er sofort nach seiner Arbeit dort nach Deutschland kommen wollte. Ich ließ mich überreden, wollte ich es doch nur zu gern glauben.

Wieder vergingen einige Tage, an denen wir täglich chatteten. Dann schrieb er mir eines Tages, er habe wieder Probleme dort und er brauchte dringend meine Hilfe. Man hätte ihm sein Konto in England gesperrt und er müsste dringend noch einige Sachen in Accra beim Zoll bezahlen, um seine Schiffsladung Autos auslösen zu können. Da ihm seine Kontaktdaten aus Europa ja abhanden gekommen sind, hätte er jetzt nur noch mich.
Doch wie sollte ich so viel Geld auftreiben, handelte es sich immerhin um etwa 4000 Euro. Ich hatte keine Möglichkeit. Und er hörte sich so verzweifelt an und bat mich inständig um Hilfe, wollte er doch so schnell wie möglich seine Dinge dort erledigen und dann zu mir kommen. Ich konnte ihm nicht helfen und machte es ihm auch klar, dass es für mich völlig unmöglich ist, das Geld aufzutreiben.

Etwa eine Woche später teilte er mir mit, dass er durch einen Geschäftspartner in Accra eine Möglichkeit bekommen hat, dass Geld aufzutreiben, doch brauche er jetzt wieder meine Hilfe. Der Geschäftspartner würde mir Travellerschecks schicken, die ich hier in Deutschland einlösen sollte und ihm dann das Geld in bar schicken.
Ich fragte ihn, wieso er die nicht direkt vor Ort einlösen könne, warum der Umweg über mich? Doch er hatte plausible Erklärungen dafür und schaffte es wieder, meine Bedenken zu zerstreuen.
Die Schecks kamen tatsächlich per Express. Ich kannte mich mit solchen Schecks nicht aus, suchte im Internet nach Informationen darüber, fand aber nichts, was gegen die Einlösung sprach. Ich hatte jedoch ein kleines Problem. Es ging hier in Deutschland nicht, dass ich das Geld in bar bekam, sondern ich musste sie auf ein bestehendes Bankkonto einreichen. Jetzt war das zweite Problem da. Ich hatte mein Konto nicht bei einer Bankfiliale sondern nur ein Onlinekonto.
Eine Freundin bot mir ihre Hilfe an, sollte dies über ihr Bankkonto laufen. Also reichten wir die Schecks dort ein und als nach ein paar Tagen die Gutschrift erfolgte, hoben wir das Geld ab und ich schickte es ihm.
Doch dann kam der dicke Hammer. Etwa 3 Tage später erhielt meine Freundin die Mitteilung von ihrer Bank, das die gesamte Summe zurück gebucht wurde, da die Schecks gefälscht seien.
Ich fiel aus allen Wolken, war schockiert und konnte nicht mehr klar denken. Was war hier geschehen. Langsam dämmerte es mir, dass ich auf einen Betrüger herein gefallen war. Ich muss ihm aber zugutehalten, das er ein Meister seines Fachs war und ich dumme Gans bin ihm wirklich ins Netz gegangen. Doch jetzt schaltete ich meinen Kopf wieder ein. Mein erster Weg führte mich zur Polizei. Ich erzählte die ganze Geschichte und erstattete Anzeige gegen ihn. Ich hatte seine angebliche Anschrift in England und Name und Anschrift von demjenigen in Africa, an den ich das Geld überwiesen hatte.
Jetzt wollte ich wissen, was dahinter steckt und begann, Nachforschungen anzustellen.
Ich erzählte ihm nicht, dass ich selbst bei der Polizei war und ihn angezeigt habe. Ich tat so, als sei alles in bester Ordnung. Wir chatteten weiter und nach ein paar Tagen teilte er mir mit, dass noch einmal ein paar Schecks zu mir auf dem Weg waren, er bräuchte das Geld dringend, um die noch offen stehenden Rechnungen dort zu zahlen und dann zu mir zu kommen.
Während der Zeit stand ich in ständiger Verbindung mit der Polizei hier und unterrichtete meinen zuständigen Beamten über alles, was weiter geschah. So nahm ich auch die nächste Ladung Schecks in Empfang und brachte sie sofort zur Polizei.

Bis hierher soll es erst mal reichen mit meinem Bericht. Wenn die/der eine oder andere Leser/in mehr erfahren möchte, kann sie/er gerne Fakten, Namen und Fotos der betreffenden Herren haben. Denn ich habe in der Zwischenzeit heraus gefunden, dass es eine, vielleicht nicht neue Masche im Internet ist, über Kontaktseiten sich das Vertrauen der Damen oder Herren zu erschleichen. Die angeblich heiratswilligen Herren sind in Wahrheit Africaner aus Nigeria, Ghana oder einem anderen Staat dort, die sich mit gefälschten Profilen und Fotos auf den Datingseiten präsentieren.

Auch werden Sie, liebe Leser, jetzt sicher denken: mein Gott, wie kann man nur so blöd sein… ich weiß es auch und es ist trotzdem geschehen und ich glaube auch, dass der/die eine oder andere unter Ihnen auch schon so eine oder ähnliche Erfahrung gemacht hat. Vielleicht trauen Sie sich nicht und schämen sich, es irgendjemandem zu erzählen. Doch keine Angst … nur indem es öffentlich gemacht wird, besteht vielleicht eine kleine Chance, es diesen Herren etwas schwerer zu machen an Geld zu kommen und andere Frauen oder Männer vor dieser hinterhältigen Masche zu warnen.

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Ich selbst habe in der letzten Zeit viel recherchiert und mich selbst auf einigen Datingseiten angemeldet. Mittlerweile habe ich 14 solcher Herren auf meiner Buddyliste, die alle die große Liebe versprechen und in Wirklichkeit nur Geld wollen. Ich habe Nicknames, Fotos, alle Chatprotokolle und noch einiges mehr gesammelt . Wenn ihr weitere Informationen wollt, schreibt mir eine Email. Wenn ihr lieber anonym bleiben wollt, verspreche ich euch, dass ich schweigen werde wie ein Grab, doch würde es mich freuen, noch mehr solcher Geschichte wie die hier oder ähnliche auf diesem Blog zu veröffentlichen als Warnung für andere.
Außerdem ist es mir gelungen, einen dieser Herren so weit zu kriegen, dass er mir sein wahres Gesicht zeigte. Die anderen hatten bei Nachfrage nie eine Webcam. Es war also unmöglich zu sehen, ob die Person auf dem Foto was ich hatte und die Person mit der ich gechattet habe auch wirklich identisch sind. Denn Profile und Fotos können lügen.
Wer also an weiteren Informationen und Fakten interessiert ist, schreibt mir doch. Auch will ich hier auf der Seite keine Namen der Herren nennen, denn ich bin der Meinung, dass die Namen und Anschriften geklaut sind und die wirklichen Herren mit diesem Namen keine Ahnung haben, was mit ihren Daten und in ihrem Namen hier geschieht.